Wie klingt eigentlich eine Marke? Ein Gespräch über Tonalität, Text und Teamarbeit.
Solche Momente entstehen bei uns ziemlich oft, wenn wir mit CoCo – Content Collective zusammenarbeiten. Mila und Sophie, die beiden Gründerinnen, sind nicht nur kreative Textprofis, sondern auch feste Größen in unserem erweiterten Team. Gemeinsam haben wir in den letzten Jahren zahlreiche Projekte auf die Beine gestellt – von Kampagnen wie dem Digitalführerschein (DiFü) und KaVo bis hin zu langfristiger Markenarbeit für Bürkert.
Was uns dabei verbindet: Wir denken Marken immer gemeinsam – strategisch, visuell und sprachlich. Und weil wir nicht nur zusammen arbeiten, sondern auch zusammen wachsen wollen, sind wir Mitgründerinnen von konfekt, unserem Netzwerk für Gestaltung, Sprache und Strategie mit Haltung.
Grund genug, mal genauer hinzuhören:
Wie findet eine Marke eigentlich ihre eigene Stimme – und wie klingt sie dann am Ende?
CoCo in drei Sätzen – was macht ihr und was macht euch aus?
Als Freelance-Kollektiv für Kreativkonzept, Text & Social Media sorgen wir dafür, dass Marken nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar werden. Unser Herz schlägt für durchdachte Inhalte, smarte Ideen und einen Ton, der passt – egal, ob für Kampagnen, Employer Branding oder digitale Markenwelten.
Ihr entwickelt für Marken Tonalitäten und Texte. Wo beginnt für euch eine gute Markenstimme?
Ganz am Anfang. Bevor es ein Logo gibt, bevor die erste Website online geht, bevor das erste Produkt verkauft wird. Denn die Frage lautet: Warum soll es diese Marke überhaupt geben? Was will sie erreichen?
Und dann?
Dann gilt es, das alles genau zu definieren und ganzheitlich umzusetzen – nicht nur in einer Präsentation, sondern in der Unternehmenskultur.


Viele Organisationen sagen: „Wir wollen frisch und professionell klingen“. Warum ist das meistens zu wenig?
„Frisch und professionell“ ist wie „sympathisch und ambitioniert“ – klingt erstmal gut, aber bleibt nicht hängen. Eine Marke sollte nicht klingen wie alle anderen, sondern wie sie selbst. Die besseren Fragen wären: Was macht uns einzigartig – und wie hört man das in jedem Satz? Ein kluger Markenton schafft Wiedererkennung, Vertrauen und Charakter. Austauschbare Sprache tut genau das Gegenteil.
Was sind aus eurer Sicht die häufigsten Fehler beim Thema Tonalität?
a) Ignoranz – einfach drauflos texten, ohne Konzept.
b) Fehlende Konsequenz – Regeln festlegen und dann ignorieren.
c) Laue Langweile – sich nichts trauen, auf Nummer sicher gehen, am Ende klingt’s nach… nichts.
5. Wie nähert ihr euch einer neuen Markenstimme im Projekt?
Recherche + Erfahrung + Gefühl = Markensound mit Substanz.
Wir arbeiten mit einer Mischung aus Textskizzen und kreativen Iterationen, um eine Stimme zu finden, die wirklich zur Marke passt. Mal analytisch, mal spielerisch, aber immer mit einem klaren Ziel: gemeinsam mit dem Kunden eine Tonalität zu entwickeln, die sitzt – und bleibt.
6. Welche Rolle spielt dabei das Zusammenspiel von Sprache, Haltung und Zielgruppe?
Sprache ist nie nur Sprache – sie ist Charakter, Kontext und Kommunikation in einem. Eine Marke kann noch so schöne Werte haben – wenn sie nicht authentisch klingen, kommen sie nicht an. Gute Markenkommunikation entsteht genau dort, wo Strategie, Haltung und Tonalität ineinander greifen. Wer seine Zielgruppe ernst nimmt, nimmt auch seine Sprache ernst.
7. Gibt’s ein Projekt, bei dem euch besonders klar wurde, was Tonalität leisten kann – oder was passiert, wenn sie fehlt?
Definitiv die BVG-Kampagne #weilwirdichlieben – an der Sophie lange mitgearbeitet hat. Perfekt inszenierte Humorkommunikation mit Haltung. Oder auch der DiFü! Der DsiN-Digitalführerschein stellt die wirklich wichtigen Fragen des Internets: Kann ich nachts beim Online-Banking überfallen werden? Ist Süßmaus_69 meine große Liebe? Unsere Kampagne hat gezeigt, wie man ein trockenes Thema mit Humor und klarer Sprache zugänglich macht.

Wenn Marken eine eigene Stimme finden wollen: Was sind die ersten drei Fragen, die sie sich stellen sollten?
a) Wofür stehen wir? (Werte, Mission, Vision)
b) Wie klingen wir heute – und wie wollen wir klingen?
c) Welche Worte gehören zu uns – und welche nicht?
Und zu guter Letzt: Welche Marke klingt eurer Meinung nach richtig gut – und warum?
Eine Marke mit echtem Wiedererkennungswert klingt nach sich selbst – nicht nach PowerPoint-Folien.
Ryzon macht es vor: Die Marke ist mehr als hochwertige Sportbekleidung – sie ist eine Haltung. Gegründet von Triathleten, tief verwurzelt in der Szene, getragen und mitentwickelt von Ausnahmeathlet Jan Frodeno. Ryzon klingt nicht nach Marketing, sondern nach echter Überzeugung: nachhaltig, technisch durchdacht, mit klarem Design und einer Tonalität, die inspiriert statt stumpf verkaufen zu wollen.
Dazu kommt die enge Community-Bindung und ein konsequentes Engagement für soziale Projekte wie RIGHT4WATER oder den Frodeno Fun(d). Kein Buzzword-Bingo, keine austauschbaren Slogans – sondern eine Marke, die spricht, wie sie handelt. Und genau deshalb im Gedächtnis bleibt.